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Es muss nicht immer ein Neubau sein

In Luxemburg geht der Trend genau wie in Deutschland zum Kauf von Wohneigentum. Der Grund dafür sind die rasant steigenden Mieten. Doch die Baupreise für Eigenheime und die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Neubauten sind ebenfalls in einer sich immer schneller drehenden Preisspirale gefangen. 

Wer sich in Luxemburg eine Mietwohnung in bester Lage und mit einer gehobenen Ausstattung gönnen möchte, wird vielerorts bereits mit 1.600 Euro und mehr für rund 80 Quadratmeter zur Kasse gebeten. Selbst für kleine 60-Quadratmeter-Wohnungen im Dachgeschoss werden Kaltmieten von 800 Euro und mehr aufgerufen. In Luxemburg-Stadt sind kaum noch Wohnungen zu bekommen, bei denen die Kaltmiete pro Quadratmeter unter 20 Euro liegt. Binnen eines Jahrzehnts stiegen auch die Quadratmeterpreise beim Kauf von Eigentumswohnungen um etwa 40 Prozent.

Welche Gründe haben die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt? 

Die Ursachen finden sich in einer stetigen Verknappung von Wohnraum. Ein Ende ist nicht in Sicht. Dazu trägt vor allem die Tatsache bei, dass Luxemburg ein beliebtes Einwanderungsland ist. Hinzu kommen die Folgen des Brexits. Das Großherzogtum, als Finanzstandort, dürfte durch den Brexit weiter an Bedeutung gewinnen. Dadurch entsteht auch eine stärkere Nachfrage an Immobilien die sich an weniger lukrativen Standorten befinden. Schließlich sind es nicht nur die Unternehmenschefs, die ein neues Domizil suchen. Die Mitarbeiter der nach Luxemburg drängenden Unternehmen der Finanzbranche müssen ebenfalls untergebracht werden.

Diese Unternehmensumzüge schaffen aktuellen Hochrechnungen zufolge rund 3.000 neue Arbeitsplätze im Großherzogtum. Das heißt, der Immobilienmarkt wird eine erhebliche Verschärfung des Nachfrageüberhangs erfahren.

Günstige Alternativen zur Mietwohnung und zum Neubau müssen her

Wer sich die hohen Mieten durch die Schaffung von Wohneigentum sparen möchte, kann sich aktuell noch in einem Teilbereich des Immobilienmarktes bedienen. Derzeit sind bei den Immobilienmaklern zahlreiche Altbauten zu haben. Dazu gehören beispielsweise auch alte Bauernhäuser. Diese haben den Vorteil, dass sie die Arbeit in der Stadt mit dem erholsamen Wohnen im Grünen zusammenbringen. Interessenten für solche Objekte sollten sich allerdings beeilen, schnell ein geeignetes Objekt zu finden, denn es ist zu erwarten, dass es auch in diesem Segment des Immobilienmarktes in den nächsten Monaten einen erheblichen Preisschub geben wird.

Der schnellste Weg zum Wunschobjekt führt über die Immobilienmakler. Die von ihnen verlangten Provisionen sind eine gute Investition. Sie ersparen die zeitaufwändige Suche und die Notwendigkeit, unzählige Objekte zu besichtigen, die von vornherein von der Lage, vom Zuschnitt oder vom Preis her nicht in Frage kommen. Interessant sind sie als Ansprechpartner auch, da sie sich um die Formalitäten beim Notar kümmern.

Welche Vorteile haben Altbauten beim Immobilienkauf?

Ältere Bauernhäuser und Stadthäuser sind derzeit noch zu erträglichen Preisen zu bekommen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, sie nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen zu sanieren und umzubauen. Hier macht sich die Tatsache bezahlt, dass mit Pfandrechten an Immobilien besicherte Kredite, aufgrund der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank, noch sehr preiswert sind. Hinzu kommt der Fakt, dass Zuschüsse und Förderungen für die energetische Sanierung der Altbauten in Anspruch genommen werden können. Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass die Regierung des Großherzogtums ihre Förderpolitik ändern oder die laufenden Förderprogramme beenden könnte.

Der etappenweise Aus- oder Umbau größerer Objekte bringt einen weiteren Vorteil. Sie können in einem bereits fertiggestellten Abschnitt wohnen. Dadurch entfällt bei einem sofortigen Komplettausbau die oft lange Zeit der Doppelbelastung durch die Miete und die Kreditraten. Sie allein entscheiden, wann Sie den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen. Da sie bereits im Objekt wohnen, geht beim Ausbau durch Eigenleistungen auch keine Zeit für Anfahrten zur Baustelle verloren. Werden fertige Bereiche sofort vermietet, haben Sie zusätzliche finanzielle Mittel für den weiteren Ausbau zur Verfügung, die Ihnen die Kosten für weitere Baukredite ersparen. Auf diese Weise entsteht beim Kauf größerer Altbauten eine ganze Kette positiv wirksamer Faktoren.

Umbau, Modernisierung & Restaurierung sind kein Problem

Bauherren in Deutschland müssen schon seit einiger Zeit um die Gunst der Handwerksbetriebe buhlen. Diese sind vor allem durch die staatlichen Programme zur Schaffung großer Komplexe mit Sozialwohnungen komplett überlastet. Einen derartigen Handwerkernotstand gibt es in Luxemburg derzeit noch nicht. Hier sind Ausführungstermine bei Elektrofachbetrieben, Dachdeckern, Tischlern und Klempnern momentan meistens noch relativ zeitnah zu bekommen. Einer schnellen Herrichtung der Altbauten für eine private oder gewerbliche Nutzung steht also kein Hindernis im Weg.

Altbauten haben einen weiteren Vorteil. Sie ermöglichen bei der Sanierung und Renovierung einen hohen Anteil an Eigenleistungen. Das wirkt sich günstig auf die Belastungen durch Renovierungs- oder Modernisierungskredite aus. Die Kreditsummen können somit gesenkt werden. Außerdem bewirkt ein erheblicher Anteil Eigenleistungen eine Verbilligung der Kreditzinsen, da Banken die Eigenleistungen als sogenannte „Muskelhypothek“ dem Eigenkapital zurechnen. Hinzu kommt, dass die Sanierung etappenweise möglich ist.

Warum sind auch hochpreisige Bauernhäuser interessant?

Familien wissen um die Pluspunkte bei Bauernhäusern und -höfen. Sie bieten zumeist mehr Grünfläche als die Stadthäuser mit Mietwohnungen. Dort finden nicht nur mehrere Wäschespinnen Platz, sondern die Fläche reicht auch für die Einrichtung eines hauseigenen Spielplatzes aus. Im Gegensatz zu den Mietwohnungen ist hier die Kleintierhaltung fast immer erlaubt.
Ein etwas teureres Bauernhaus könnte sich auch aus einem anderen Grund lohnen. Solche Altbauten weisen meistens eine größere Nutzfläche als klassische Eigenheime in den Städten auf. Das heißt, sie eignen sich in der Regel auch für einen Um- und Ausbau zum Mehrgenerationenhaus. Leben mehrere Generationen unter einem Dach zusammen, hat das einige Vorteile. Eltern von kleinen Kindern haben immer schnell erreichbare Ansprechpartner für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Umgekehrt profitieren auch die Vertreter der älteren Generation vom Wohnen in einem Mehrgenerationenhaus. Benötigen sie Unterstützung, müssen die Kinder und Enkel keine Zeit und kein Geld für lange An- und Abfahrten einplanen.

Große Objekte müssen keine hohen Betriebskosten verursachen

Die dauerhaften Unterhaltskosten spielen bei der Auswahl von Kaufimmobilien eine wichtige Rolle. Auch dabei bieten die einstigen Bauernhöfe entscheidende Vorteile. Durch die Dächer der Wirtschaftsgebäude und Stallungen stehen größere Flächen für die Bestückung mit Photovoltaik-Anlagen und solarthermischen Systemen zur Verfügung. Auf diese Weise fallen die Kosten der Beheizung und der Warmwasseraufbereitung sehr niedrig aus. Zusätzlich sollten sich die Interessenten für ehemals bäuerliche Immobilien zur Technik für die Speicherung, der mit einer Solaranlage erzeugten Elektroenergie, beraten lassen. Bedenken Sie bitte, dass die Kombination einer Immobilie mit Solaranlage und einem Elektroauto immer eine gute Wahl ist. Das gilt sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt.

Bei den Wasserkosten gibt es ebenfalls Einsparmöglichkeiten. Durch das Sammeln von Regenwasser ist für das Gießen der Blumen und Kräuterbeete im Hausgarten kein teures Trinkwasser erforderlich. Dabei profitieren Sie von den im Vergleich zum klassischen Eigenheim durch die Wirtschaftsgebäude deutlich größeren Dachflächen.

Objekte auf dem Land sind vor allem für Freunde einer gesunden Ernährung interessant

Sogar die allgemeinen Lebenshaltungskosten lassen sich mit einem Griff zu einem bäuerlichen Anwesen beim Immobilienkauf reduzieren. Der Rekordsommer 2018 hat gezeigt, wie schnell sich auch die Preise für Grundnahrungsmittel, sowie Obst und Gemüse, erhöhen können. Wer sich einen älteres Haus im ländlichen Raum als künftige Wohnimmobilie kauft, kann in kleinem Rahmen im dazugehörigen Hausgarten Obst und Gemüse sowie Kartoffeln problemlos selbst anbauen. So wissen Sie immer ganz genau, wo Ihre Lebensmittel herkommen.

Fazit: Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die für den Kauf eines Altbaus oder eines Hauses „auf dem Land“ sprechen. Diese reichen von den noch etwasv günstigeren Preisen über langfristig niedrigere Unterhaltskosten bis hin zu ganz praktischen Vorteilen.

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